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Hilgen: Bibliotheken nach Calden

Kassel (GN) – Im Streit um die Kasseler Stadteilbibliotheken zeichnet sich eine überraschende Wende ab: Oberbürgermeister Bertram Hilgen, bekannt für seine Bürgernähe, punktet mit einem überraschenden Vorschlag:  ”Natürlich sind die Menschen in den von der Schließung betroffenen Stadtteilen enttäuscht, dass sie ihre Bibliothek verlieren und künftig in die wenig attraktive Zentralbibliothek fahren sollen”, erklärt er. “Nun haben wir aber ein Modell entwickelt, dass die Kritiker zum Verstummen bringen sollte. Wir verlegen alle Kasseler Bibliotheken in die Flughalle nach Calden. Dort steht ein modernes, bislang wenig genutztes Gebäude zur Verfügung, das für diesen Zweck geradezu geschaffen ist.” Auch die Stadtteilbibliotheken sollen dort ein neues Zuhause finden. “Sie müssen dafür nur umziehen, aber geschlossen wird nix,” so Hilgen, “Dann muss niemand mehr, um Bücher zu bekommen, in das Stadtzentrum von Kassel fahren.” Die Schulbibliotheken sollen nach Plänen der SPD ebenfalls in Calden einziehen. Shuttlebusse werden im Stundentakt, angepasst an Schul- und Pausenzeiten, die Bibliothek in Calden anfahren. Mütter, die diese Schulbibliotheken betreuen, werden sich auch dort finden lassen. Sprunghaft ansteigende Nutzerzahlen des Flughafens werden positiver Nebeneffekt dieses zukunftweisenden Bibliotheks- und Bildungsmodells sein.

Tatort Münster vor dem Aus? Eklat bei Dreharbeiten.

Köln/Münster (nn) – Schlechte Nachrichten für die zahlreichen Fans des Tatortes aus Münster. Er steht offenbar vor dem Aus. Wie unsere Zeitung erfuhr, kam es gestern bei den Dreharbeiten zum neuen Tatort zu einem Eklat. Jan Josef Liefers, der in der Serie den Rechtsmediziner Professor Boerne spielt, verließ unter lautem Protest den Drehort. Angeblich hatte ihm Axel Prahl, der den Kriminalhauptkommissar  Thiel verkörpert, “divenhaftes Verhalten” vorgeworfen. Nur weil er lieber Bier als Wein trinke, sei er noch lange kein schlechtere Mensch, so Prahl. Und: “Mit diesem Schnösel stehe ich keine weitere Minute mehr gemeinsam vor der Kamera.” Liefers wollte sich nicht zu dem Vorgang äußern. Einen Herrn Prahl kenne er nicht. Er könne nur ganz allgemein feststellen, dass er mit Personen, die einen Château Latour nicht von einem Château Mouton-Rothschild unterscheiden können, nicht länger zusammenarbeiten werde.

Grimm-Welt wird Stadtvillen weichen müssen

Kassel (hw) – Wie erst jetzt bekannt wurde, wird die geplante Grimm-Welt auf dem Weinberg schon kurz nach ihrer Fertigstellung einem Ensemble von mindestens 50 Stadtvillen weichen müssen. Dies bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung der Magistrat durch seinen Pressesprecher Ingo Happel-Emrich. Nachdem den Bebauungsplänen für die Grimm-Welt nach langem juristischen Hin- und Her in letzter Minute doch noch grünes Licht erteilt wurde, stellt dies eine weitere überraschende Wende in der Projektplanung dar. Das Grundstück, auf dem die Grimm-Welt seine Heimat finden wird, wurde aufgrund der unsicheren Rechtslage bereits im Dezember 2012 mit Wirksamkeit zum 1.8.2018 an eine Investorengesellschaft veräußert. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.  So scheint es als gesichert, dass schon wenige Jahre nach Fertigstellung die Abriss-Bagger anrücken werden.

Was zunächst wie eine Panne ausssieht, ist nach Ansicht des Oberbürgermeisters ein Glücksfall. „Durch den Verkauf haben wir eine großartige Möglichkeit zur Refinanzierung der Baukosten der Grimm-Welt gefunden.” Hilgen verspricht sich durch diese Maßnahme einen „Rücklauf von mindestens 30% unserer Investitionen.” Die Grimm-Welt solle nach der Übernahme durch die Investorengesellschaft in einem „einzigartigen, innovativen Projekt“ rein virtuell fortgeführt werden. Die technischen Voraussetzungen dafür sollen in einer sozialen Begegnungsstätte der Stadt geschaffen werden. „Dort reiften auch die Pläne für dieses Vorhaben“, erklärte der Oberbürgermeister stolz.

Verwaltungsgericht: Stadt Kassel darf Grimm-Museum nicht auf dem Weinberg bauen

Kassel (nn) – Das Verwaltungsgericht Kassel hat der Stadt untersagt, das neue Grimm-Museum auf dem Weinberg zu bauen. Der Bebauungsplan sei offensichtlich rechtswidrig, so das Gericht in seiner Entscheidung. Die Stadt habe ihr Planungsermessen nicht ausgeübt, weil bereits zu Beginn des Bauleitverfahrens dieser Standort aus politischen Gründen feststand. Sowohl Oberbürgermeister Hilgen als auch die führenden Vertreter der Mehrheitsfraktionen im Stadtparlament hätten vor und während des Planungsprozesses immer wieder betont, das Museum auf dem Weinberg errichten zu wollen. Dies führe zu einem Planungsausfall mit der Folge der Nichtigkeit des Bebauungsplanes.

Mit dem Urteil schreibt das Kasseler Verwaltungsgericht Rechtsgeschichte, weil es über die Anträge der Kläger hinausgeht. Diese hatten lediglich beantragt, den Bau des Museums durch einen Bürgerentscheid um zwei Jahre zu verschieben, um andere Standtorte prüfen zu können. Als richtig aber auch sehr mutig kommentierte deshalb Dr. Martin Dodenhoeft, Sprecher der Initiative “Rettet den Weinberg” und einer der Kläger, die Entscheidung. Auch Oberbürgermeister Bertram Hilgen begrüßte in einer ersten Reaktion das Urteil: Es bestehe jetzt Rechtssicherheit. Das Gericht habe eindeutig festgestellt, dass die Stadt ein Grimm-Museum bauen dürfe.

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