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Grimm-Welt: Ferran Adrià übernimmt Restauration

Kassel/Barcelona (hw) – Nach dem Bauvorhaben für den Kasseler Olympiastützpunkt auf Teneriffa erhalten die Beziehungen der nordhessischen Metropole zu Spanien weitere Impulse. Der schon seit der Documenta XII eng mit Kassel verbundene Spitzenkoch Ferran Adrià wird die Gastronomie der Grimm-Welt leiten. Der Molekularkoch ist selbst Museumsbetreiber, wandelte er doch sein ehemaliges Restaurant El Bulli zwischenzeitlich zu einem Museum um. „Da ist uns ein ganz dicker Fisch an die Angel gegangen. Adrià ist die perfekte Lösung für diesen Bereich, wir sind seit 2007 enge Freunde, das war bei dieser Personalie sicher kein Nachteil“, verkündete Oberbürgermeister Hilgen auf einer Pressekonferenz. Adrià plant ein Erlebnis-Restaurant, das hochmoderne Küche mit der Tradtion im Sinne der Grimmschen Märchenwelt zu vereinen sucht, teilte das Management Adriàs mit. Ob der Vater der Molekularküche selbst vor Ort erscheinen wird, scheint allerdings fraglich, nicht nur aus den Erfahrungen der Documenta XII heraus. Wie Adrià durch seine Vertrauten mitteilen ließ, ist „physische Präsenz nicht das Entscheidende. Wichtig ist allein der Geist, das Spirituelle, das in die Grimm-Welt eingebracht wird. Alles Physische ist der Vegänglichkeit anheimgestellt. Und alles Vergängliche würde den Brüdern Grimm nicht gerecht.“ Die Gehaltsvorstellungen Adriàs dürften allerdings durchaus weltlich sein. Hierzu äußert sich das Stadtoberhaupt auf Nachfrage ganz im Geiste des Kochkünstlers: „Da dürfen wir keine engen Gedanken hegen. Wer einen großen Geist gewinnen will, darf kein kleines Herz haben.“

Riesen-Schutzschirm-Kunstwerk über dem Rathaus?

Kassel (hw) – Aus Protest gegen die hessische Landespolitik, die nach Meinung vieler Kommunalpolitiker die Kommunen immer mehr in die Knie zwingt, hat sich der Kasseler Magistrat etwas ganz Besonderes ausgedacht: ein etwa 200 m hoher Schirm soll über dem Rathaus errichtet werden. „Wir haben bereits einen Wettbewerb ausgeschrieben. Dieser wird in zwei Phasen durchgeführt. In der ersten Phase suchen wir den künstlerischen Entwurf aus, die zweite gilt dann der architektonischen Umsetzung“, teilte Stadtbaurat Nolda auf Anfrage mit. Die Idee kam einem Magistratsmitglied bei einem Eisdielen-Besuch in Italien. „Diese kleinen Schirmchen auf den Eiskugeln waren dabei die Inspiration für mich, und dann noch Sonne, Politik, Berlusconi – da war die Sache für mich plötzlich klar“, so ein Kasseler Dezernent. Problematisch könnte der Standort des Betonsockels für den „Schirmständer“ werden, da Eingriffe in die Rathausarchitektur wohl unvermeidlich sein werden. „Wir können ja wohl kaum den Schirm von Hubschraubern halten lassen“, meinte augenzwinkernd ein sichtlich gut aufgelegter Oberbürgermeister. „Aber um dieses Problem zu lösen, schreiben wir ja die Wettbewerbe aus.“ Die Baukosten in Höhe von ca. 4,5 Mio. Euro sollen aus mehreren Quellen generiert werden. Pikant dabei: es sollen auch Fördermittel des Landes zur Instandhaltung kommunaler Einrichtungen beantragt werden. „Und dann haben wir ja noch die Investitionszuschüsse, die uns durch den Hessentag bereitgestellt wurden“, stellte Kämmerer Dr. Barthel klar . Ob und in welchem Umfang das klamme Stadtsäckel allerdings belastet werden wird, könne man noch nicht sagen.

Kasseler Hafen: Auch Karlsaue wird integriert

Kassel (hw) – Für Kassels geschichtsträchtige Parkanlage wird sich im Zuge des Kasseler Hafenbaus einiges ändern. „Da wir viel Fläche benötigen, ist es erforderlich, auch die Karlsaue in den Hafenbau einzubeziehen. Dabei werden wir so bedacht wie möglich, aber auch so entschieden wie nötig, vorgehen“, so Stadtbaurat Nolda gegenüber den Neuesten Nachrichten. Die Orangerie wird künftig das sogenannte Auswandererhaus beherbergen, wo sich ausreisefreudige Deutsche auf die Überfahrt vorbereiten können. Der Küchengraben wird in die künftigen Werftanlagen integriert. „Ich freue mich schon jetzt auf den ersten Stapellauf eines in Kassel erbauten Ozeanriesen“, erklärt Oberbürgermeister Bertram Hilgen diesen Eingriff in die Parkanlage. Auch im Bereich der Fuldaaue wird es Veränderungen geben: „Da wir nun unser wundervolles Auebad haben, bietet es sich an, den Bugasee der Hafenfeuerwehr zur Verfügung zu stellen, es wird also keinerlei Einschnitte im Freizeitangebot geben“, erklärt der Baudezernent. Der Hafen solle ein „weiteres Musterbeispiel werden, wie wir historischen Bestand und zukunftsträchtigen Infrastrukturausbau unter einen Hut zu bringen in der Lage sind. Salzmann wird uns da als Vorbild dienen“, erläutert der Oberbürgermeister die Visionen des Magistrats. Bedenken, dass denkmalrechtliche oder umwelt- und naturschutzrelevante Einwände erhoben werden könnten, hat die Kasseler Stadtführung nicht. Oberbürgermeister Hilgen zuversichtlich: „Selbstverständlich haben wir unsere Hausaufgaben gemacht.“

Demonstrationen für Auebad-Ausbau

Kassel (hw) – Tausende Kasseler Bürger demonstrierten Anfang der Woche in Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen für einen zügigen weiteren Ausbau des Auebades. Dank einer vorbildlichen Deeskalationsstrategie der Kasseler Polizei verliefen die Aktionen weitgehend friedlich. Schon ab 7.00 Uhr morgens versammelten sich die Auebadfreunde vor und in den Freibädern in Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Schon vor der Eröffnung des Auebades kündigten am Donnerstag letzter Woche eine Gruppe von engagierten Bürgern ein Bürgerbegehren zum Abriss der Freibäder und dem gleichzeitigen Ausbau des Auebades an. „Uns geht es vor allem darum, würdige Bedingungen für herausragende Mitglieder unserer Stadtgesellschaft bei deren Besuch des Auebades zu schaffen.“, so einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens gegenüber unserer Zeitung. Seine Mitstreiter präzisierten das Anliegen der Bürgerinitiative: „Es kann ja wohl nicht angehen, dass dieser Personenkreis, der so viel für das Wohl unserer Stadt leistet, nicht in angemessener Form von den Vorzügen dieses wunderbaren Bades profitieren kann. Das sind Menschen, die aus ökologischen und gewiss nicht ökonomischen Gründen davon abgesehen haben, auf Ihren Privatgrundstücken Pools zu errichten und die in ihrer ohnehin knapp bemessenen Freizeit nicht mit dem gemeinen Volk ins Wasser gehen sollen.“. Die Hauptforderung der engagierten Bürger geht dahin, VIP-Becken mit einer dem Zweck angemessenen Ausstattung zu schaffen, die von ausgewählten Personen jederzeit kostenfrei genutzt werden können. Der gesetzlich für ein Bürgerbegehren vorgeschriebene Deckungsvorschlag komme ohne Steuererhöhungen aus, betonten die Initiatoren nicht ohne Stolz. Die Finanzierung soll neben dem Verkaufserlös der Freibadgrundstücke in Harleshausen und Bad Wilhelmshöhe durch „Parkscheinloses Parken“ erfolgen. „Dabei gibt es für alle nur Vorteile. Die Bürger brauchen keine Parkgebühren mehr zu bezahlen, die Kosten für die Überwachung fallen für die Stadtverwaltung weg und es gibt fest einplanbare Einnahmen durch eine geringfügige Parkpauschale für alle“, erklärten sie. „Dabei ist der Aufwand für den Einzelnen sehr gering, gerade einmal 2 ct pro Stunde, das kann jeder leisten.“. Dies würde Einnahmen von insgesamt ca. 35 Mio. Euro einbringen, was für eine vierköpfige Familie einen Beitrag von 700 Euro im Jahr bedeuten würde. Mehr zu den Vorschlägen der Initiative in einer der nächsten Ausgaben.

Großer Andrang und klare Worte bei der Demonstration:

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Rotgrün: Nehmen bis zu den Wahlen an keiner Sitzung mehr teil

Kassel (nn) – Die Fraktionsvorsitzenden von SPD und Grünen, Uwe Frankenberger und Gernot Rönz, teilten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit, dass ihre Fraktionen bis zu den Bundestags- und Landtagswahlen am 22. September 2013 an keiner Sitzung des Stadtparlamentes und seiner Ausschüsse teilnehmen werden. “Der Opposition geht es derzeit nur um Politik. Dies hat die letzte Rechtsausschusssitzung deutlich gezeigt.” so Rönz. “Womöglich will die Opposition kurz vor den Wahlen sogar noch die Freibäder und die Stadtteilbibliotheken thematisieren. Dies lassen wir nicht zu.”, ergänzt Frankenberger. Der Boykott der beiden größten Fraktion, die gemeinsam mit einer komfortablen Mehrheit Kassel regieren, wird dazu führen, dass bis zu den Wahlen im September wegen Beschlussunfähigkeit keine Sitzungen des Parlamentes und seiner Ausschüsse mehr stattfinden werden. Diese Taktik hatten die beiden Fraktionen zuletzt erfolgreich bei einer Sitzung des Rechtsausschusses angewandt, bei der es auf Antrag der CDU um die sogenannte Blitzer-Affäre gehen sollte, die die rotgrüne Mehrheit stark belastet. Die Ausschusssitzung konnte wegen Beschlussunfähigkeit nicht durchgeführt werden, weil die rotgrünen Stadtverordneten bis auf eine Ausnahme der Sitzung fernblieben.

Hilgen will Fürstentum Hessen-Cassel

Kassel (hw) – Beflügelt vom spürbaren Aufwärtstrend mit Weltkulturerbe, Hafenneubau, Hessentag  und nicht zuletzt der unglaublichen Erfolgsgeschichte des Internationalen Großflughafens Kassel-Calden strebt  Oberbürgermeister Bertram Hilgen nach mehr Unabhängigkeit für seine Stadt und die Region insgesamt.
„Es kann nicht angehen, dass in dieser Stadt ein Erfolgskapitel nach dem anderen aufgeschlagen wird und wir als Zahlmeister für Bund und Land herhalten müssen. Aus diesem Grund halten wir es für angebracht , über Alternativen nachzudenken. Unter dem Dach der EU ist auch ein freies Fürstentum Hessen-Cassel realisierbar.“ Hilgen bezeichnet diesen Weg als „folgerichtig, da dies unsere Sonderstellung, die wir uns durch unsere herausragende Arbeit geschaffen haben, angemessen zum Ausdruck bringen würde.“ Den Stadtverordneten, die fortan auf Lebenszeit durch den Oberbürgermeister berufen werden sollen, fielen gleichwohl nur noch repräsentative Aufgaben zu. „Protokoll und Zeremonien sollten Aufgaben sein, die dieses wichtige Gremium künftig nicht mehr überfordern werden. Gleichzeitig werden wir auch den Wiederaufbau des Stadtschlosses vorantreiben. Denn einen würdigen Amtssitz für das neue Staatsoberhaupt sehe ich derzeit nicht“, teilt der Oberbürgermeister mit und lässt keinen Zweifel daran, wen er als ersten Amtsinhaber sieht: „Wer ist in der Geschichte dieser Stadt denn bitteschön mit einer überzeugenderen Mehrheit von seinem Volk ins Amt gehoben worden als der derzeitige Oberbürgermeister?”. Hilgen wurde zuletzt von gut 20% der Wahlberechtigten gewählt.
Kommentar
Mutig
von Wotan Wangenthal
Nun heißt es anschnallen. Das Tempo, das Oberbürgermeister Hilgen in Sachen Stadt- und Regionalentwicklung vorlegt, lässt kaum Zeit zum Atmen. Und doch schimmert wieder die ruhige, bedacht- und maßvolle Herangehensweise bei diesen ehrgeizigen Plänen durch. Hilgen muss jetzt nur aufpassen, dass er genug Weggefährten findet, die ihm emotional und rational folgen können. Gelingt ihm dies, wird er sich endgültig seinen Platz in den Geschichtsbüchern sichern. Dabei sollte man ihm alles erdenkliche Glück wünschen, denn die Neider und Nörgler wird er sicher nicht so schnell aus dem Weg räumen können, wie er es sich vielleicht erträumt.

Ärger um Hafen: Grüne wollen sich durchsetzen

Kassel (hw) – Kaum sind die Planungen für einen der größten Häfen Europas in Kassel bekannt geworden, steht dem Magistrat und der ihm unterstellten SPD-Fraktion auch schon wieder Ärger ins Haus. Oppositionsführer Gernot Rönz, Fraktionsvorsitzender der Grünen und Landtagskandidat seiner Partei, kritisiert die Pläne des Regierungspartners entschieden, vor allem aus Gründen des Umweltschutzes: „Wir sind da ganz klar positioniert. Ein Hafenausbau in Kassel kommt für uns allein schon unter ökologischen Aspekten nicht infrage. Deshalb stehen wir auch zu unserem Wort und werden alles dafür tun, dass Kassel mit diesem Hafen noch wettbewerbsfähiger wird und befürworten auf jeden Fall die Neubaupläne. Zudem stellt er eine sinnvolle Ergänzung zu dem von uns immer strikt abgelehnten und von und mit uns realisierten Flughafen Kassel-Calden dar.“
Kommentar
von Wotan Wangenthal
Soviel „Klare Kante“ haben die Kasseler Grünen schon lange nicht mehr gezeigt. Endlich einmal beziehen sie Position und scheuen selbst den Machtkampf mit dem Regierungspartner nicht – so sieht vorbildliche Oppositionsarbeit aus. Also stehen alle Weichen auf Einigkeit: der Hafen wird kommen. Glückwunsch!

Hilgen: Bibliotheken nach Calden

Kassel (GN) – Im Streit um die Kasseler Stadteilbibliotheken zeichnet sich eine überraschende Wende ab: Oberbürgermeister Bertram Hilgen, bekannt für seine Bürgernähe, punktet mit einem überraschenden Vorschlag:  ”Natürlich sind die Menschen in den von der Schließung betroffenen Stadtteilen enttäuscht, dass sie ihre Bibliothek verlieren und künftig in die wenig attraktive Zentralbibliothek fahren sollen”, erklärt er. “Nun haben wir aber ein Modell entwickelt, dass die Kritiker zum Verstummen bringen sollte. Wir verlegen alle Kasseler Bibliotheken in die Flughalle nach Calden. Dort steht ein modernes, bislang wenig genutztes Gebäude zur Verfügung, das für diesen Zweck geradezu geschaffen ist.” Auch die Stadtteilbibliotheken sollen dort ein neues Zuhause finden. “Sie müssen dafür nur umziehen, aber geschlossen wird nix,” so Hilgen, “Dann muss niemand mehr, um Bücher zu bekommen, in das Stadtzentrum von Kassel fahren.” Die Schulbibliotheken sollen nach Plänen der SPD ebenfalls in Calden einziehen. Shuttlebusse werden im Stundentakt, angepasst an Schul- und Pausenzeiten, die Bibliothek in Calden anfahren. Mütter, die diese Schulbibliotheken betreuen, werden sich auch dort finden lassen. Sprunghaft ansteigende Nutzerzahlen des Flughafens werden positiver Nebeneffekt dieses zukunftweisenden Bibliotheks- und Bildungsmodells sein.

Kassel bekommt einen der größten Häfen Europas

Kassel/Berlin (hw) – Die Diskussionen um die Zukunft der Kasseler Stadtschleuse haben nun zu völlig neuen Perspektiven geführt. Nachdem kürzlich noch fraglich war, ob es in und um Kassel überhaupt noch Schiffsverkehr geben würde, heißt es nun: nicht kleckern, sondern klotzen. In Abstimmung mit dem Bundesministerium für Verkehr und den zuständigen Gremien der EU laufen nun die Planungen für einen der größten Binnenhäfen Europas an. „Durch den direkten Zugang zum Meer sehe ich den Kasseler Hafen in Zukunft aber eher als Seehafen“, so Oberbürgermeister Hilgen. Dafür seien lediglich kleinere Korrekturen an Fulda, Werra und Weser vorzunehmen. „Wir wollen da neben unseren demnächst zwei Verkehrsflughäfen auch hier in der ersten Liga mitspielen“, teilte das Stadtoberhaupt mit. Auf Zuschüsse wolle man sich bei diesem Vorhaben aber nicht verlassen: „Durch die hoffentlich endgültige Schließung von drei Stadtteilbibliotheken und die Streichung der Gelder für den Sportlerball ist die Stadt demnächst schuldenfrei, das schafft einen gewissen Investitionsspielraum. Zudem gab es ja in der Vergangenheit vereinzelt Probleme mit Förderanträgen, schnell ist mal eine Frist versäumt oder ähnliches, das halten wir so von uns fern.“ Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. „Auch wenn die Gesamtbauzeit sicher noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird, gehen wir davon aus, dass die erste Aida schon im nächsten Frühjahr an der Schlagd ablegen wird, schließlich haben wir nach Caldener Vorbild wieder ein Team als Geschäftsführer, das sein Handwerk versteht“, teilte Hilgen mit. Geplant sei, die Geschäftsführung auf „zehn Schultern zu verteilen.“

Kommentar
Sparen lohnt sich
von Wotan Wangenthal

Nun dürfte es auch der Letzte verstanden haben: die Einschnitte, die für den Beitritt zum kommunalen Schutzschirm nötig waren, sind nicht nur zu verschmerzen, sie sind geradezu ein Segen für diese Stadt. Mit dem gewonnenen Investitionsspielraum ist es nun möglich, die Stadt in eine sonnige wirtschaftliche Zukunft zu führen. Der geplante Hafenbau ist da nur ein weiterer Mosaikstein. Gratulieren kann man dem Oberbürgermeister, dass er bei den Investitionen weiter Maß hält und nicht auf rein prestigeträchtige Projekte setzt. Der Kasseler Hafen ist für die Stadt ein segensreicher und gleichzeitig naheliegender Schritt. Die exzellente geographische Lage mit direktem Zugang zum Meer schreit gerade nach so einem Wirtschaftsmotor. Der Weg, der mit den (demnächst) zwei erfolgreichen Internationalen Verkehrsflughäfen beschritten wurde, wird nun konsequent und kompetent weitergeführt.
(hw)

16-Millionen-Investitionsstau an Kasseler Schulen – Oberbürgermeister zieht Notbremse – Grimm-Welt auf Eis

Kassel (md) – Die Meldung der HNA schlug ein wie eine Bombe. “Ich bin auf das Höchste entsetzt. Das haben mir meine Mitarbeiter nicht gesagt”, teilte der sichtlich angeschlagene Oberbürgermeister Bertram Hilgen auf einer eiligst einberufenen Sonderpressekonferenz mit. “Selbstverständlich haben Bildung und Sicherheit unserer Kinder absoluten Vorrang. Ich habe deshalb in letzter Minute die Bauaufträge für die Errichtung der Grimm-Welt gestoppt. Kassel kann sich kein neues Museum leisten, während in unseren Schulen noch nicht einmal das Notwendigste gemacht werden kann.” Der OB kam damit in letzter Minute einer Bürgerinitiative zuvor, die ihn mittels Bürgerbegehren und Bürgerentscheid dazu zwingen wollte, sich den Scherheits-Super-Gau in Kassels Schulen genauer anzuschauen. Wie sich herausstellte, hatte die Stadtverwaltung über Jahre hinweg den rapide anwachsenden Investitionsbedarf ignoriert. Baudezernent Nolda, in dessen Amtszeit die fehlende Summe von 60 auf über 100 Millionen Euro explodiert ist, rechtfertigte sich damit, dass er als Grüner wenig Ahnung von Brandschutz in öffentlichen Einrichtungen und von Gebäudeerhaltung habe. Außerdem habe er das Problem schließlich von den untätigen Vorgängern geerbt und sich während seiner Amtszeit fast nur mit Bürgerinitiativen und deren überzogenen Forderungen nach Erhaltung von klimawichtigen Großflächen, Parkanlagen und Bäumen herumschlagen müssen. Die Sanierungsmaßnahmen sollen unverzüglich, noch in den Sommerferien 2013, beginnen. Oberbürgermeister Hilgen rechnet damit, mit einem Anruf beim Wirtschaftsminister in Wiesbaden die ursprünglich für die Grimm-Welt auf dem Weinberg vorgesehenen 6 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln und die weiteren, vom Land Hessen zugesagten Mittel in Millionenhöhe unbürokratisch umwidmen zu können. Von dort dürfte in der Tat kein Gegenwind kommen. Bildung als Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum sei absolut EFRE-förderfähig, hieß es bereits aus gut informierten Wiesbadener Kreisen. ”Die Grimm-Welt liegt vorläufig auf Eis. Schließlich haben wir ein wunderbares Grimm-Museum im wunderschön restaurierten Palais Bellevue, einem der prachtvollsten Gebäude der ganzen Stadt!”, stellte Hilgen kategorisch fest. Kenner der kommunalpolitischen Szene Kassels erblicken darin indes die Abkehr von einem unnötigen Prestigeprojekt und eine realistische Wende unter Anpassung an die bereits mehrfach unter Beweis gestellte kultur- und sozialpolitische Klugheit der Kasseler Bürgerinnen und Bürger. Befragt, ob dies nur ein Wahlkampftrick sei, teilte der Oberbürgermeister lapidar mit: “Ich bin bis 2017 gewählt und muss mich nicht verbiegen. Hier gibt es kein Wahlkampfgetöse und kein Parteitaktieren. Hier zählt nur noch eines: Unsere Kinder!”

Piraten: Kreisverband Kassel löst sich auf

Kassel (nn) – Der Kreisverband Kassel der Piratenpartei wurde gestern auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung aufgelöst. Dies teilte der bisherige Vorsitzende des Kreisverbandes, Robin Geddert, in einer Pressemitteilung mit. Die Auflösung des Kreisverbandes Kassel der Piratenpartei habe bei den Mitgliedern vorwiegend zustimmende Reaktionen ausgelöst, so Geddert, der für seine Partei bei den Hessischen Landtagswahlen antritt. Bereits seit einiger Zeit sei deutlich geworden, dass keine gemeinsame Basis für die Zusammenarbeit mehr bestand. Die Auflösung des Kreisverbandes sei damit eine konsequente Reaktion in dieser Situation. ”Hier zeigt sich, dass es Piraten nicht auf Posten, Gelder und Büros ankommt, sondern dass sie bereit sind, Dinge, die nicht funktionieren, zu beenden. Ich halte die Entscheidung für richtig und habe Respekt vor dem Schritt unserer Mitglieder” so Geddert weiter. “Jetzt können wir uns wieder ganz auf die Sacharbeit konzentrieren.” Er bedanke sich bei allen, die die politische Arbeit des Kreisverbandes unterstützt haben. Die Piraten werden weiterhin starke kommunalpolitische Impulse setzen. Aktuelle Projekte sind der Einsatz für mehr Bürgerbeteiligung bei der Entwicklung des Geländes auf dem Unterstadtbahnhof und für einen leistungsfähigen Öffentlichen Nahverkehr in Kassel. Darüber hinaus engagieren sich die Mitglieder auch weiterhin in der Landes- und Bundespolitik, so der Freibeuter abschließend.

Neuer Flughafen geplant

Kassel (hw) – Die Analyse von Prof. Richard Klophaus bleibt nicht ohne Folgen. „Wir haben immer gewusst, dass Kassel-Calden für die Region ein Wirtschaftsmotor sein wird. Deshalb zögern wir auch nicht lange und setzen nun auf KSF2. Aber diesmal stemmen wir das allein. Wir wissen ja jetzt, wie’s geht“, bestätigte Oberbürgermeister Bertram Hilgen. „Wir brauchen ein dichtes Netz von Regionalflughäfen, das hat Calden gezeigt. Zu einem Regionalflughafen gehören nun auch mal regionale Flugverbindungen. Von Niederzwehren nach Calden in drei Minuten, mit welchem Verkehrsmittel wollen Sie das sonst bewerkstelligen? Und KSF2 muss noch lange nicht der letzte Flughafen in der Region sein“, so Hilgen. Damit scheint auch der Standort des neuen Flughafens bereits festzustehen: das Lange Feld.

 

Wegen Olympia: Auf Goethe- und Friedrich-Ebert-Straße geht nichts mehr voran

Kassel/Santa Cruz de Tenerife (hw) – Die Arbeiten auf der Goethestraße und der Friedrich-Ebert-Straße stehen so gut wie still. Grund: Wegen des Termindrucks für den Schanzenbau auf Teneriffa sind bereits 200 Bagger nach Bremerhaven und Hamburg gebracht worden. „Da wir selbstverständlich ausschließlich Firmen aus der Region berücksichtigen wollen, sind gewisse temporäre Engpässe auf unseren heimischen Baustellen nicht auszuschließen“, erklärte Bauderzenent Nolda. Wie und wann es weitergehen kann, konnte der Stadtbaurat noch nicht sagen. Dies birgt Probleme vor allem für die dort ansässigen Geschäfte. „Wir sind da mit Hochdruck dran, aber wo gehobelt wird, fallen nun mal Späne. Im Moment haben sich die Prioritäten etwas verschoben.“ Noch deutlicher wurde der Oberbürgermeister: „Wir alle müssen uns auch mal entscheiden, was wir wollen. Und wenn wir sagen, Kassel soll Wintersportregion Nr. 1 werden, muss man auch kleinere Ärgernisse in Kauf nehmen. Glauben Sie mir: leicht machen wir uns das auch nicht. Oder sollen wir wegen der Befindlichkeiten von ein paar Kleinunternehmern auf die Landeszuschüsse verzichten?“ Das Land Hessen hat insgesamt eine Förderung von 17.000 Euro zugesagt, die bisher veranschlagten Baukosten betragen 7,8 Mio. Euro. „Da kann aber erfahrungsgemäß noch der ein oder andere Euro hinzukommen, das haben wir in der letzten Zeit gelernt“, so Kämmerer Dr. Barthel.

OB Hilgen kündigt Erhalt der Stadtteilbibliotheken an

Kassel (nn) – Oberbürgermeister Bertram Hilgen hat im Rahmen eines kleinen Empfanges  in der Karl-Branner-Seitenhalle des Rathauses zu Ehren der beiden Vertrauenspersonen des Bürgerbegehrens Stadtteilbibliotheken, Jörg Kleinke und Paul Greim, den Erhalt der Büchereien angekündigt. Gleichzeitig dankte er den beiden Initiatoren für deren ehrenamtliches Engagement. Ein solches Engagement für unser Gemeinwesen sei gerade in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich und verdiene große Anerkennung. Als überzeugter Anhänger direkter Demokratie hoffe er darauf, dass diesem Bürgerentscheid noch viele weitere Bürgerentscheide in Kassel folgen werden. Kassel möge, so sein Ziel, Hauptstadt der Plebiszite werden. Da sich bei dem Bürgerentscheid nur gut 10% für die Schließung der Bibliotheken ausgesprochen haben, akzeptiere er als guter Demokrat dieses eindeutige Ergebnis und empfehle den städtischen Gremien, nunmehr für den Erhalt der Büchereien zu stimmen.

Olympia-Ärger: Einigung in Sicht – Schanze wird auf Teneriffa gebaut

Kassel/ Santa Cruz de Tenerife (hw) – Nachdem die Streitigkeiten um den Schanzenbau für die geplante Bewerbung um die Ausrichtung der olympischen Winterspiele 2022 (wir berichteten) aufgrund des Vetos der Stadt Willingen bisher nicht beigelegt werden konnten, zeichnet sich eine unkonventionelle Lösung ab. Wie erst jetzt bekannt wurde, reiste eine Kasseler Delegation angeführt von Oberbürgermeister Bertram Hilgen bereits während des Hessentages nach Teneriffa, um dort mit Verantwortlichen über die Errichtung einer Skisprung-Schanzenanlage zu sprechen. „Wir haben die Sache schon so gut wie eingetütet“, so der Oberbürgermeister. Stadtbaurat Nolda: „Teneriffa ist der ideale Standort, das war von vornherein unser Plan B. Da das olympische Dorf allein in Kassel verbleibt, versprechen wir uns einen sprunghaften Anstieg des Linienverkehrs auf die Ferieninsel, zumindest für die Zeit der olympischen Spiele, mit etwas Glück sogar darüber hinaus.“ Das Upländer Schanzenrecht, auf das sich die Gemeinde Willingen beruft, würde so keine Rolle mehr spielen, da Teneriffa außerhalb der 200-Kilometer-Zone liegt. Die Zuschüsse des Landes Hessen sieht der Magistrat nicht gefährdet, da „unsere Bagger bis spätestens 31.7.2013 verschifft werden, so dass wir innerhalb der Frist mit dem Bau beginnen können. Das Bauland wird für den gesamten benötigten Zeitraum zur Stadt Kassel gehören. Dies ist nach neuer EU-Gesetzgebung seit dem 1.4.2013 möglich“, versicherte Hilgen.

Durchbruch bei Freibädern: Rotgrün baut drittes Bad in Bettenhausen

Kassel (nn) – Nach monatelangen Verhandlungen haben die Spitzen von SPD und Grünen einen Kompromiss in Sachen Freibäder erzielt. Die Grünen setzten sich mit ihrer Forderung der Sanierung der beiden Freibäder in Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen durch. Dafür akzeptierten sie die Forderung der SPD nach einem Freibad im Kasseler Osten. Dieses entsteht auf dem Salzmann-Gelände in Bettenhausen. Die Finanzierung erfolgt im Wege der sogenannten public-private Partnership (PPP). Die Freibäder werden an einen privaten Investor übertragen und von der Stadt Kassel nach der Sanierung langfristig gemietet. Dies entlastet den Haushalt 2014 um die Sanierungskosten. Die Miete von etwa einer Million Euro jährlich soll aus den zu erwarteten Gewinnen des Flughafens Kassel-Calden aufgebracht werden. “Für uns war wichtig, dass die beiden Freibäder in Harleshausen und Bad Wilhelmshöhe saniert werden. Dies haben wir erreicht”, so Gernot Rönz, Vorsitzender der Grünen-Fraktion. Ähnlich zufrieden äußerte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Frankenberger: “Entscheidend ist, dass wir uns auf eine solide Finanzierung verständigt haben. Und dass im Kasseler Osten auch ein Freibad entsteht.”. Es bestünde bereits ein kündbarer Vorvertrag mit einem Investor, über dessen Namen man Stillschweigen vereinbart habe. Nach den Recherchen unserer Zeitung handelt es sich um Dennis Rossing, einen Projektentwickler aus Bad Hersfeld.

Ärger um Kassels Olympia-Bewerbung

Kassel/Willingen (hw) – Die Bemühungen der Stadt Kassel um die Ausrichtung der olympischen Winterspiele (unsere Zeitung berichtete) haben einen ersten Dämpfer erhalten. Wie Pressesprecher Ingo Happel-Emrich bestätigte, erreichte Oberbürgermeister Bertram Hilgen ein Schreiben seines Amtskollegen Thomas Trachte (parteilos) aus Willigen, das sich vor allem gegen die Pläne, eine weitere Schanzenanlage in Nordhessen zu erbauen, richtet . Hintergrund ist das sogenannte Upländer Schanzenrecht, das der Gemeinde Willingen seit 1781 im Umkreis von 200 km das alleinige Recht zuspricht, Skisprung-Schanzenanlagen zu bauen. „Wir sehen das recht gelassen“ betont Hilgen. Trachte beriefe sich „zu Unrecht“ auf dies in seinen Augen „antiquierte Gewohnheitsrecht“.

Dies sieht der Willinger Bürgermeister anders. Auf Nachfrage unserer Zeitung sprach er von „einem ungeheuerlichen Vorgang“. Es könne nicht angehen, dass in Kassel solche Pläne umgesetzt werden. „ Das Upländer Schanzenrecht ist unantastbar. Wir werden in aller Entschiedenheit gegen dieses Vorhaben vorgehen.“

Auf  eine einvernehmliche Lösung setzt auch der Magistrat nicht: „ Wir werden bauen. Und zwar schon ab August.“ Denn „die Schanze als Chance“ solle der Slogan sein, der Kassel durch die „schwierige Bewerbungsphase“ tragen solle, so Stadtbaurat Nolda. „Die Schanze kommt auf jeden Fall. Allein um die Landeszuschüsse zu sichern, die die Stadt für die Bewerbung erhält. Da ist der Schanzenbau unabdingbare Voraussetzung.“ Für den mit 7,8 Mio. Euro angesetzten Bau sicherte das Land Hessen bei Baubeginn bis 31.8.2013 insgesamt 17.000 Euro zu.

SPD-Logo wieder aufgetaucht – Wahlkampf wohl nicht beeinträchtigt

Kassel (hw) – Glück gehabt. Rätselte nicht zuletzt sogar noch Hessens SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel, warum das Plakat seiner Partei nicht nur versehentlich zum Nein-Abstimmen beim Bürgerentscheid aufrief, sondern auch noch das Partei-Logo vergessen wurde, scheint die Sache nun zumindest teilweise aufgeklärt.

Wie Kassels SPD-Geschäftsführer Norbert Sprafke jetzt bekannt gab, tauchte das verlorengegangene  Logo bei den Aufräumarbeiten nach dem Hessentag wieder auf. „Es war einfach unter unsere Dialog-Box gerutscht“ erklärte der Stadtverordnete unserer Zeitung. Erleichtert gab die Partei spontan ein neues Plakat in Auftrag, um ihrer Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen. „Nun können wir wieder befreit den Wahlkampf  aufnehmen.“

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Frankenberger (SPD) und Rönz (Grüne): Beim Bürgerentscheid mit Ja stimmen

Kassel (nn) – Am kommenden Sonntag findet zum ersten Mal in der Kasseler Geschichte ein Bürgerentscheid statt. Die Wahlberechtigten sind aufgerufen, über den Erhalt der Stadtteilbibliotheken zu entscheiden. Wir sprachen darüber mit den beiden Vorsitzenden der Mehrheitsfraktionen, Uwe Frankenberger (SPD) und Gernot Rönz (Grüne):

nn: Am Sonntag findet der erste Bürgerentscheid in Kassel statt. Wie stehen Sie dazu?

Rönz: Die Stadtteilbibliotheken sind für die Erlangung und die Verbesserung der Lesekompetenz unverzichtbar. Sie erfüllen in den Stadtteilen zudem eine wichtige soziale Funktion. Sie müssen deshalb unbedingt erhalten werden.

Frankenberger: Eine Stadt mit der Finanzkraft Kassels, die den Neubau eines Flughafens stemmen kann, ist auch finanziell in der Lage, Stadtteilbibliotheken zu unterhalten.

nn: Ihre Fraktionen haben aber im Stadtparlament für die Schließung gestimmt. Haben Sie Ihre Haltung geändert?

Rönz: Nein. Unser Abstimmungsverhalten darf man nicht als inhaltliche Positionierung in dieser Frage missverstehen. Wir wollten die Durchführung dieses Bürgerentscheides erreichen und damit eines unserer zentralen Wahlversprechen, mehr Bürgerbeteiligung, einlösen. Dies ist uns gelungen.

nn: Alle Parteien fordern mit Plakaten dazu auf, für den Erhalt der Bibliotheken zu stimmen. Allein die SPD hat keine Plakate aufgestellt.

Frankenberger: Wir haben unsere Plakatständer kostenlos der Initiative für den Erhalt der Bibliotheken zur Verfügung gestellt und deshalb auf eigene Plakate verzichtet. Dies hängen wir aber nicht an die große Glocke. Wir wollen den Bürgerentscheid nicht parteipolitisch instrumentalisieren. Darin unterscheiden wir uns von den anderen Parteien.

nn: Der Entscheid ist nur dann rechtlich verbindlich, wenn 25% der Wahlberechtigten mit Ja stimmen. Rechnet man die Briefwahlbeteiligung hoch, wird diese Hürde voraussichtlich knapp übersprungen. Sollte die Beteiligung geringer sein, wird das Stadtparlament noch einmal über den Erhalt der Bibliotheken befinden müssen. Wie werden sich Ihre Fraktionen dann verhalten?

Frankenberger: Das Quorum von 25% ist unsinnig hoch. Gäbe es ein solches Quorum bei Oberbürgermeisterwahlen, wäre Bertram Hilgen nicht im Amt, weil er von weniger als 25% der Wahlberechtigten gewählt worden ist. Die Landes-SPD fordert deshalb in ihrem Wahlprogramm eine deutliche Absenkung des Quorums. Sollte eine angemessene Beteiligung erreicht werden, dann stimmt die SPD-Fraktion für den Erhalt der Bibliotheken.

Rönz: Hier unterscheiden wir uns von der SPD. Gibt es am Sonntag eine Mehrheit für Erhalt der Bibliotheken, dann wird meine Fraktion diese Entscheidung der Bürger respektieren. Dies gilt unabhängig von der Beteiligungsquote.

nn: Herr Frankenberger, Herr Rönz, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

SPD reagiert auf harsche Kritik an anonymem Plakat – Selbsthilfegruppe gegründet

Kassel (kmb) – Harte Kritik musste sich die SPD in Kassel für ihr Plakat zum Bürgerentscheid um die Stadtteilbibliotheken anhören. „Feigheit“ und „peinlich“ waren Vokabeln, die zu lesen waren. Auch Hessens SPD-Chef soll nach einem Bericht der HNA Unverständnis geäußert haben, dass auf dem Plakat die SPD als Verantwortliche nicht erkennbar war.

Aber bei aller Kritik muss man dem Unterbezirksverband der Kasseler SPD jetzt Respekt zollen. Denn die Partei hat umgehend reagiert und ganz offensichtlich für die Betroffenen eine Ortsgruppe Kassel der Selbsthilfeorganisation „Anonyme Plakatierer“ gegründet. Und ganz offensichtlich nimmt die Partei das Problem der Menschen wirklich ernst und hat der neuen Ortsgruppe gleich einen Transporter gespendet. Exklusiv können wir hier erste Schnappschüsse veröffentlichen, die wir heute Nacht in der Kasseler Innenstadt machen konnten. Mit diesem Bus können die schwerst Betroffenen – zunächst unerkannt im Schutze der Dunkelheit – an das öffentliche Plakatieren herangeführt werden. Ein deutliches Signal für die Rückkehr der anonymen Plakatierer aus den dunklen Ecken dieser Stadt ins Licht der Öffentlichkeit, ist das sichtbare Partei-Logo auf dem Transporter der Selbsthilfegruppe.

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Kassel bewirbt sich um die Ausrichtung der olympischen Winterspiele

Kassel (hw) – Nach dem großen Erfolg des Hessentages hat der Magistrat der Stadt Kassel schon die Pläne für das nächste Großereignis in der Schublade.  Eine bisher geheim gehaltene Magistratsvorlage, die unserer Redaktion vorliegt, belegt, dass an der Bewerbung um die Ausrichtung der olympischen Winterspiele 2022 bereits gearbeitet wird. Nicht endgültig geklärt scheint einzig die Umsetzung der alpinen Ski-Wettbewerbe zu sein.

Baudezernent Christoph Nolda, der sich zunächst bedeckt hielt, räumte ein, dass die Winterspiele ein „mögliches Szenario für diese Region“ darstellten. Favorisiert würde nach seinen Aussagen eine Erhöhung des Dörnberges auf eine Höhe von „mindestens 2500 m über NN“. Allein die Bewegung der erforderlichen Erdmasssen würde mindestens 2000 Arbeitsplätze schaffen. Dazu kämen noch ca. 500 Arbeitsplätze, die für die Errichtung der Kabinen-und Sesselbahnen an verschiedenen Standorten der Region notwendig seien. Allerdings seien die damit verbundenen Auswirkungen auf den Flughafen Calden noch nicht untersucht. Die Rodel- und Bobwettbewerbe sollen auf einer vom Essigberg bis ins Kasseler Becken reichenden Bahn stattfinden

Bedenken wegen der Gefährdung des möglichen Welkulturerbestatus für den Bergpark räumte der Stadtbaurat aus: „Wenn wir da erst mal den Zuschlag haben,  kümmert sich sowieso keiner mehr darum, da haben die gar keine Zeit für.“ Probleme sehe er am ehesten in der Realisierung eines geeigneten Eisstadions: „Ja, da sind wir ein gebranntes Kind. Aber auch das werden wir in den Griff kriegen.“

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Grimm-Welt wird Stadtvillen weichen müssen

Kassel (hw) – Wie erst jetzt bekannt wurde, wird die geplante Grimm-Welt auf dem Weinberg schon kurz nach ihrer Fertigstellung einem Ensemble von mindestens 50 Stadtvillen weichen müssen. Dies bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung der Magistrat durch seinen Pressesprecher Ingo Happel-Emrich. Nachdem den Bebauungsplänen für die Grimm-Welt nach langem juristischen Hin- und Her in letzter Minute doch noch grünes Licht erteilt wurde, stellt dies eine weitere überraschende Wende in der Projektplanung dar. Das Grundstück, auf dem die Grimm-Welt seine Heimat finden wird, wurde aufgrund der unsicheren Rechtslage bereits im Dezember 2012 mit Wirksamkeit zum 1.8.2018 an eine Investorengesellschaft veräußert. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.  So scheint es als gesichert, dass schon wenige Jahre nach Fertigstellung die Abriss-Bagger anrücken werden.

Was zunächst wie eine Panne ausssieht, ist nach Ansicht des Oberbürgermeisters ein Glücksfall. „Durch den Verkauf haben wir eine großartige Möglichkeit zur Refinanzierung der Baukosten der Grimm-Welt gefunden.” Hilgen verspricht sich durch diese Maßnahme einen „Rücklauf von mindestens 30% unserer Investitionen.” Die Grimm-Welt solle nach der Übernahme durch die Investorengesellschaft in einem „einzigartigen, innovativen Projekt“ rein virtuell fortgeführt werden. Die technischen Voraussetzungen dafür sollen in einer sozialen Begegnungsstätte der Stadt geschaffen werden. „Dort reiften auch die Pläne für dieses Vorhaben“, erklärte der Oberbürgermeister stolz.

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SPD und Grüne rufen dazu auf, beim Bürgerentscheid für den Erhalt der Bibliotheken zu stimmen

Kassel (nn) – Die Kasseler Parteivorsitzenden von SPD und Grünen, Jürgen Kaiser und Thomas Flügge, haben in einer gemeinsamen Pressekonferenz die Bürger dazu aufgerufen, beim Bürgerentscheid für den Erhalt der Bibliotheken zu stimmen. Die Stadtteilbibliotheken fördern die Lesekompetenz und seien in den Stadtteilen soziale Begegnungsstätten. Sie seien deshalb unverzichtbar, so Flügge. Eine Stadt mit der Finanzkraft von Kassel, die den Neubau eines Flughafens stemmen könne, sei auch in der Lage, Stadtteilbibliotheken zu unterhalten, ergänzte Kaiser. Auf das Abstimmungsverhalten ihrer Fraktionen im Stadtparlament angesprochen erklärten beide, dass die rotgrünen Beschlüsse zur Schließung der Bibliotheken dort nicht als inhaltliche Ablehnung zu verstehen seien. SPD und Grüne wollten damit lediglich die Voraussetzung für die Durchführung eines Bürgerentscheides schaffen. Damit hätten beide Parteien eines ihrer zentralen Wahlversprechen, mehr Bürgerbeteiligung zu ermöglichen, eingelöst. Auf Nachfrage erklärte Kaiser, dass die vereinzelt im Stadtgebiet aufgestellten roten Plakate, die zu einer Stimmabgabe mit Nein aufforderten, nicht von der SPD stammten. Dies sei bereits daran erkennbar, dass dort das SPD-Logo fehle.

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Verwaltungsgericht: Stadt Kassel darf Grimm-Museum nicht auf dem Weinberg bauen

Kassel (nn) – Das Verwaltungsgericht Kassel hat der Stadt untersagt, das neue Grimm-Museum auf dem Weinberg zu bauen. Der Bebauungsplan sei offensichtlich rechtswidrig, so das Gericht in seiner Entscheidung. Die Stadt habe ihr Planungsermessen nicht ausgeübt, weil bereits zu Beginn des Bauleitverfahrens dieser Standort aus politischen Gründen feststand. Sowohl Oberbürgermeister Hilgen als auch die führenden Vertreter der Mehrheitsfraktionen im Stadtparlament hätten vor und während des Planungsprozesses immer wieder betont, das Museum auf dem Weinberg errichten zu wollen. Dies führe zu einem Planungsausfall mit der Folge der Nichtigkeit des Bebauungsplanes.

Mit dem Urteil schreibt das Kasseler Verwaltungsgericht Rechtsgeschichte, weil es über die Anträge der Kläger hinausgeht. Diese hatten lediglich beantragt, den Bau des Museums durch einen Bürgerentscheid um zwei Jahre zu verschieben, um andere Standtorte prüfen zu können. Als richtig aber auch sehr mutig kommentierte deshalb Dr. Martin Dodenhoeft, Sprecher der Initiative “Rettet den Weinberg” und einer der Kläger, die Entscheidung. Auch Oberbürgermeister Bertram Hilgen begrüßte in einer ersten Reaktion das Urteil: Es bestehe jetzt Rechtssicherheit. Das Gericht habe eindeutig festgestellt, dass die Stadt ein Grimm-Museum bauen dürfe.

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Hessentag wird verlängert

Kassel (nn) – Ministerpräsident Volker Bouffier und Oberbürgermeister Bertram Hilgen haben sich darauf verständigt, dass der Hessentag zunächst um eine Woche verlängert wird. Dies verlautete aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen aus dem Kasseler Rathaus. Dadurch soll allen Hessen die Möglichkeit eingeräumt werden, den Hessentag noch besuchen zu können. Bis zum Sonntag werden 1,5 Millionen Besucher erwartet. Hessen hat aber 6 Millionen Einwohner. Über das Programm konnte noch keine Einigung erzielt werden. Bouffier wünscht sich aus Gründen der Traditionspflege weitere als Rotkäppchen verkleidete Landfrauen, Hilgen will die Toten Hosen noch einmal auftreten lassen.

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